Mental Load ist die unsichtbare Last, immer an alles denken zu müssen. Es ist die mentale Arbeit, die es braucht, um das (Familien)leben mit all seinen Aufgaben und Anforderungen zu organisieren, zu planen und zu koordinieren. Es sind die 1000 kleinen Dinge, an die gedacht werden müssen. Im Einzelnen sind diese zwar nicht der Rede wert, in der Summe aber erzeugen sie eine Endlos-To-Do-Liste im Kopf: Termine, Mahlzeiten, Aktivitäten, Geburtstage, Einkäufe, Kinderkleider usw.
Damit der Alltag reibungslos funktioniert, muss gesehen werden, was alles ansteht und vorausschauend geplant werden. Es müssen Bedürfnisse und Notwendigkeiten erkannt, Möglichkeiten geprüft, Prioritäten gesetzt und Entscheidungen getroffen werden. Nebst der eigentlichen Erledigung der Aufgaben, kann es eine grosse Belastung sein, die Verantwortung für alles zu tragen und den Überblick nicht zu verlieren.
Alle Menschen, unabhängig von Alter und Geschlecht, tragen grundsätzlich einen gewissen Mental Load im Alltag. Die Verwaltung von Aufgaben, Entscheidungen und Verantwortlichkeiten erfordert mentale Anstrengung und ist ein wesentlicher Aspekt des menschlichen Lebens. Es ist normal, dass unser Geist ständig mit verschiedenen Gedanken und Sorgen über verschiedene Themen unseres Lebens beschäftigt ist. Z.B. über Arbeit, Familie, Finanzen, Beziehungen oder persönliche Angelegenheiten.
Der Begriff „Mental Load“ wird zwar bereits seit den frühen 1970er-Jahren verwendet und bezeichnet geistige Belastungserscheinungen. Grosse Bekanntheit erlangte „Mental Load“ aber erst 2017 durch den Comic „Du hättest doch nur fragen müssen“ der französischen Zeichnerin Emma. [Original Englisch | Deutsch übersetzt].
In diesem Comic illustrierte Emma auf humorvolle und zugleich treffende Weise die unausgesprochene und unsichtbare Belastung, die Frauen in Zusammenhang mit der Verantwortung und Organisation des Familienalltags und der Haushaltspflichten erfahren. Der Begriff „Mental Load“ wurde seitdem weit verbreitet und hat Einzug in die Diskussionen über Geschlechterrollen, Gleichstellung und die Aufteilung von Familienarbeit gefunden.
Mütter tragen oft immer noch die grössere mentale Belastung als Väter, weil das traditionelle Mutterbild immer noch weit verbreitet ist. Viele Frauen fühlen sich nach wie vor verpflichtet, sich zuhause um alles und jede:n zu kümmern. Somit tragen sie meist auch die Verantwortung für Haushalt und Kindererziehung.
Selbst in Beziehungen, in denen beide Partner berufstätig sind, werden häufig (unbewusst) Aufgaben und Verantwortlichkeiten im Sorgebereich ungleich verteilt. Dadurch übernehmen Frauen oft einen grösseren Anteil an unbezahlter Arbeit.
Hohe Erwartungen der Gesellschaft ans Muttersein und die unrealistischen Bilder in den (sozialen) Medien setzen Frauen zusätzlich unter Druck, all ihre Rollen perfekt auszuführen. Damit sie die hohen Standards erreichen können, müssen sie viel leisten und alles unter Kontrolle haben, was zu erhöhtem Mental Load führt.
Das Familienleben wird seit jeher organisiert, über „Mental Load“ sprechen wir aber erst seit kurzem. Aus diesen Gründen hat das Thema in den letzten Jahren vermehrt Aufmerksamkeit erlangt:
Die mentale Belastung ist gegenüber früheren Jahrzehnten jedoch effektiv höher geworden. Dies sind einige der Faktoren:
Nicht per se. Ein gewisses Mass an Mental Load ist normal und sogar unvermeidlich, da es ein natürlicher Bestandteil des täglichen Lebens ist. Eine moderate mentale Belastung ist in der Regel gut zu bewältigen und kann uns dabei helfen, effektiv zu funktionieren.
Ein hoher Mental Load kann die geistige Funktion beeinträchtigen, indem er die Aufmerksamkeit, das Arbeitsgedächtnis und die Fähigkeit zur Problemlösung erschwert. Sind wir ständig mit Gedanken an Aufgaben beschäftigt, obwohl wir diese gerade nicht ausführen, kann sich dies auf die Arbeitsleistung, Zufriedenheit und Lebensqualität auswirken.
Wenn die mentale Belastung aber so übermässig oder unangemessen ist, so dass sie im Alltag nicht mehr bewältigt werden kann, spricht man von „Mental Overload“. Dieser Zustand kann negative gesundheitliche Folgen mit sich bringen.
Die Überbelastung des Geistes kann zu chronischem Stress, Angst oder Erschöpfung bis hin zum Burnout führen. Symptome wie permanente Müdigkeit, Gereiztheit, innere Unruhe, Schlafprobleme oder chronische Schmerzen können Anzeichen für chronischen Stress bzw. Mental Overload sein.
Jeder Mensch trägt seinen eigenen Mental Load. Dieser hängt von verschiedenen Faktoren wie Persönlichkeit, Lebensumständen, Arbeitsbelastung, sozialen Beziehungen und anderen Einflüssen ab. Je mehr Kinder im Haushalt leben, je mehr Aktivitäten während der Woche stattfinden und je mehr Verpflichtungen wir haben, desto grösser ist auch die mentale Belastung.
Als berufstätige Mutter weiss ich, wie anstrengend der Familienalltag manchmal sein kann – es gibt einfach so viel zu erledigen und zu organisieren.
Als Professional Organizer helfe ich dir, mehr Klarheit, Struktur und Ruhe in dein Leben zu bringen, damit du dich weniger gestresst fühlst.
Inspiration und meine Angebote für mehr Leichtigkeit im Familienalltag findest du auf meiner Website: raumgewinn.ch
Mit diesem Test könnt ihr als Paar anhand von 40 typischen Aufgaben des Familienalltags herausfinden, wer an was denkt und wo vielleicht noch Ungleichgewicht besteht.
Der Test bietet euch eine Gesprächsgrundlage, um Verantwortung fairer zu verteilen – ganz ohne Schuldzuweisungen.
Nach dem Test erhältst du konkrete Tipps, wie du deinen Mental Load Schritt für Schritt reduzieren kannst.
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